Risikomanagement mit SECIRA

Wie SECIRA Unternehmen bei CRA, IEC 62443 und der Maschinenverordnung unterstützt

Vier EU-Regularien, ein gemeinsames Ziel: ganzheitliches Risikomanagement. Der Leitartikel zeigt, wie SECIRA Risikoanalyse übergreifend strukturiert und vereinfacht.


Eine strategische Betrachtung moderner Cyber-Risikomanagementanforderungen

Digitale Produkte, industrielle Anlagen und vernetzte Systeme bestehen heute aus Software, Firmware, Cloud-Diensten, Kommunikationsschnittstellen, Sensorik, Embedded-Modulen und komplexen Lieferketten. Diese Architektur macht Systeme leistungsfähig, aber auch angreifbar. Klassische Risikoanalysen, die auf Tabellen oder losgelösten Einzelbetrachtungen beruhen, reichen nicht mehr aus, um digitale Risiken realistisch zu bewerten.

Gleichzeitig entsteht ein europäischer Regulierungsrahmen, der Unternehmen verpflichtet, Cybersicherheit strukturiert, nachvollziehbar und kontinuierlich zu verankern. Die vier zentralen Regelwerke sind:

  • Cyber Resilience Act (CRA)
  • NIS2-Richtlinie
  • Maschinenverordnung (EU 2023/1230)
  • IEC 62443

Sie richten sich an unterschiedliche Akteure, verlangen jedoch alle dasselbe Fundament: ein konsistentes, nachvollziehbares und lebenszyklusorientiertes Risikomanagement.

SECIRA bietet dafür eine digitale Plattform, die technische Tiefe, Struktur und regulatorische Anforderungen zusammenführt. Dieser Artikel zeigt im Detail, wie SECIRA die Umsetzung der vier wichtigsten Regelwerke methodisch, pragmatisch und nachvollziehbar unterstützt.

1. Warum moderne Risikoanalyse nicht mehr optional ist

Die Art, wie Unternehmen Risiken betrachten, hat sich nicht im gleichen Tempo weiterentwickelt wie die Technologien, die sie einsetzen. Viele Organisationen arbeiten noch mit statischen Dokumenten, fragmentierten Daten oder isolierten Teams. Die Herausforderungen sind dabei stets dieselben.

Systeme sind zu komplex geworden

Ein modernes Produkt besteht nicht mehr aus einer Komponente, sondern aus einem Ökosystem aus Software, Firmware, Kommunikationswegen, KI-Modulen, Konfigurationen und Drittanbieterbibliotheken.

Dynamik überholt Dokumentation

Neue Schwachstellen erscheinen täglich, Updates verändern Systeme, neue Abhängigkeiten entstehen, also verlieren statische Dokumente schnell ihren Wert.

Regulatoren verlangen Herleitung statt Tabellen

Es geht nicht mehr um die Frage was das Risiko ist, sondern warum es besteht und wie die Bewertung zustande gekommen ist.

Angriffe erfolgen entlang realer Systempfade, nicht entlang Excel-Zeilen

Risiken müssen den technischen Aufbau und die erwartbare Systemumgebung widerspiegeln.

Unternehmen müssen Verantwortung neu strukturieren

Security ist nicht mehr nur IT-Aufgabe. Entwicklung, OT, Engineering, Produktmanagement, Qualität und Betrieb müssen gemeinsam entscheiden.

SECIRA adressiert all diese Herausforderungen, indem es Risikoanalysen in ein digitales, systemisches Modell übersetzt.

2. Cyber Resilience Act – Risikoanalyse als zentraler Compliance-Baustein

Der Cyber Resilience Act verpflichtet Hersteller, digitale Risiken über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu berücksichtigen und regelmäßig zu überprüfen. Eine Risikoanalyse dient dabei als zentrale Grundlage für die Erfüllung der regulatorischen Anforderungen im Rahmen der Konformitätsbewertung.

Der CRA stellt drei Kernfragen:

  1. Welche Schwachstellen existieren, bzw. welche Möglichkeiten hat ein Angreifer das System zu manipulieren?
  2. Sind diese Schwachstellen in der Betriebsumgebung ausnutzbar?
  3. Wie werden diese Risiken über den gesamten Lebenszyklus behandelt?

SECIRA beantwortet diese Fragen mittels eines Digitalen Zwillings, der Produkte, Systeme und Umgebung realistisch abbildet.

Cyber Resilience Act Anforderungen und SECIRA Unterstützung

Was der CRA konkret fordert

Wie SECIRA dies methodisch unterstützt

Ganzheitliche Risikoanalyse, die Produkt und Betriebsumgebung berücksichtigt (Art. 13, Art. 2)

Digitaler Zwilling: SECIRA modelliert Produkte, Komponenten, Firmware, Netzwerke und Betriebsumgebungen in einer einheitlichen Struktur. Physische, technische und organisatorische Faktoren werden abgebildet.

Pflicht zur Bewertung der Ausnutzbarkeit („free from exploitable vulnerabilities”)

SECIRA bewertet Schwachstellen kontextbezogen, also auf Basis von Kommunikationswegen, physischem Zugang, Netzpfaden und Abhängigkeiten. Keine theoretischen Listen, sondern reale technische Modellierung.

Laufende Aktualisierung der Risikoanalyse über den gesamten Lebenszyklus (Art. 13, Art. 31)

SECIRA ist ein lebenszyklusorientiertes System: einmal aufgesetzt, aktualisiert es Risikomodelle mit neuen Schwachstellen, Versionen, Konfigurationen und Änderungen. Der digitale Zwilling lebt mit dem Produkt.

Einbindung der Risikoanalyse in die technische Dokumentation (Art. 13 Abs. 4, Art. 31)

SECIRA stellt eine nachvollziehbare, versionierbare Historie aller Bewertungen, Entscheidungen und Maßnahmen bereit – Grundlage für CRA-Konformität, die manuelle Dokumentationslast reduziert.

Erkennung ausnutzbarer Schwachstellen im Betrieb (Intrusion Detection, Identification of Exploitation)

SECIRA verknüpft technische Schwachstellenmodelle mit Angriffspfaden und Bedrohungswissen. Dadurch wird sichtbar, welche Angriffe realistisch sind und wo Detektionsmechanismen greifen müssen.

Behebung von Schwachstellen und
Bewertung der Kritikalität

SECIRA unterstützt Hersteller bei der Priorisierung: Risiken mit hoher Ausnutzbarkeit und kritischem Impact werden sofort sichtbar. Updates sind nicht die einzige Option: SECIRA zeigt auch alternative Mitigationspfade.

Risikoorientierte Maßnahmenplanung über den gesamten Lebenszyklus

Maßnahmen werden mit Risiken, Komponenten, Verantwortlichkeiten und Iterationen verknüpft. Änderungen in der Architektur aktualisieren automatisch die Risikoauswirkungen.

Berücksichtigung physischer, technischer und organisatorischer Gefährdungen

SECIRA modelliert: physische Zugangspfade, technische Systeme (IT, OT, Cloud, Embedded), Zugangsrechte, Lieferketten und externe Akteure.

Ganzheitliches Schwachstellenmanagement über die Supportdauer hinaus

SECIRA kann Produkte über Jahrzehnte hinweg bewerten. Versionierung macht Änderungen nachvollziehbar, Angriffswege passen sich automatisch an neue Daten an.

Bewertung und Priorisierung von Schwachstellen auch ohne verfügbaren Patch

SECIRA unterstützt nicht-patchbasierte Mitigationsstrategien: Netzrestriktionen, Zugangsbeschränkungen, Monitoring, organisatorische Maßnahmen.

Durch die Kombination aus modellierter Systemarchitektur, Angriffsbaum-Analyse und kontinuierlicher Aktualität entsteht ein Risikomodell, das der CRA erwartet: nachvollziehbar, kontextbezogen und lebenszyklustauglich.

3. IEC 62443 – systemische Risikoanalyse für industrielle Umgebungen

IEC 62443 ist weltweit der wichtigste Standard für industrielle Cybersicherheit.
Er fordert:

  • ein tiefes Verständnis des Systems
  • die Identifikation relevanter Bedrohungen
  • die Bewertung erreichbarer und ausnutzbarer Schwachstellen
  • die Ableitung geeigneter Maßnahmen
  • regelmäßige Aktualisierung

SECIRA ermöglicht genau diese Struktur, ohne sich als Ersatz der Norm darzustellen.

IEC 62443 Anforderungen und SECIRA Unterstützung

Was die IEC 62443 konkret fordert

Wie SECIRA dies methodisch unterstützt

Systemische Risikoanalyse nach IEC 62443-3-2

SECIRA modelliert im digitalen Zwilling das industrielle Steuerungssystem mit seinen Komponenten, Zonen und Datenflüssen und zeigt so technische Zusammenhänge.

Identifikation von Bedrohungen, Schwachstellen und Angriffspfaden

SECIRA nutzt die aus dem digitalen Zwilling automatisch generierte Angriffsbäume, um basierend auf einer durch ICS-Security-Experten gepflegten Bedrohungsdatenbank Angriffspfade, Bedrohungen und Schwachstellen zu identifizieren.

Herleitung von Maßnahmen

SECIRA unterstützt die Maßnahmenableitung, ohne Security Level Target (SL-T) automatisch zu bestimmen. Begründungen bleiben transparent.

Regelmäßige Aktualisierung gemäß IEC 62443-2-1 Empfehlung

Updates, neue Komponenten und neue Firmwarestände müssen in den Digitalen Zwilling eingepflegt werden. Neue Schwachstellen fließen automatisch ein. Dadurch können die Risiken auf Knopfdruck neu berechnet werden.

Einbindung verschiedener Rollen (Engineering, OT, Security)

SECIRA schafft ein gemeinsam nutzbares Modell – kein Tool, das nur Cybersecurity kennt.

Dokumentation der Risikoherleitung

Versionierte Risikomodelle, nachvollziehbare Entscheidungen und technische Begründungen.

Besonders wirkungsvoll wird SECIRA, da die Risikoanalyse im Lebenszyklus besser wartbar ist als mit Excel.

5. Maschinenverordnung – digitale Sicherheit wird Teil der Maschinensicherheit

Die Maschinenverordnung führt digitale Risiken erstmals verpflichtend in die Sicherheitsbewertung ein.
Das betrifft unter anderem:

  • Steuerungssoftware
  • Firmware
  • Kommunikationswege
  • Remote-Zugänge
  • manipulationsanfällige digitale Funktionen

SECIRA hilft, diese neuen Anforderungen strukturiert zu integrieren und Wechselwirkungen zwischen digitaler und funktionaler Sicherheit sichtbar zu machen.

Maschinenverordnung Anforderungen und SECIRA Unterstützung

Was die Maschinenverordnung konkret fordert

Wie SECIRA dies methodisch unterstützt

Berücksichtigung digitaler Risiken als Bestandteil der Sicherheitsbewertung

SECIRA modelliert digitale Komponenten wie Maschinensteuerungen, Firmware, Software, Kommunikationsmodule und mögliche Angriffswege, um Security-Risiken ergänzend zu bestehenden Safety-Risikoanalysen strukturiert zu erfassen und zu bewerten.

Manipulationsschutz & Betrachtung unerlaubter Eingriffe

SECIRA zeigt, welche Komponenten, Schnittstellen und Kommunikationswege manipulationsanfällig sind und wie Angreifer diese erreichen könnten.

Bewertung digitaler Risiken mit Einfluss auf die funktionale Sicherheit

Auswirkungen digitaler Angriffe auf Safety-Funktionen können in SECIRA abgebildet werden. (z. B. Ausfallverhalten, Fehlfunktionen, Steuerungslogik).

Berücksichtigung von Remote-Access, Software-Updates, Cloud-Funktionen

SECIRA bildet reale Systemarchitekturen ab – inklusive Fernzugriff, Update-Prozesse und externer Dienste.

Lebenszyklusorientierte Aktualisierung der Sicherheitsbewertung

Änderungen an Software, Konfigurationen, Firmware oder Nutzungsszenarien werden in SECIRA nachvollzogen und wirken sich auf die Bewertung der Security-Risiken aus.

Teil der technischen Dokumentation

SECIRA liefert strukturelle Nachvollziehbarkeit der Risikoanalyse über Jahre hinweg – Grundlage für die Konformitätsbewertung.

Integration physischer, technischer und organisatorischer Risiken

Modellierung physischer Zugänge, Nutzergruppen, Zugangsberechtigungen und externer Dienstleister.

Damit wird deutlich: Die Anforderungen der Maschinenverordnung lassen sich ohne eine strukturierte Betrachtung digitaler Security-Risiken kaum umsetzen. SECIRA unterstützt gezielt bei der Analyse dieser digitalen Security-Risiken und ergänzt bestehende Safety-Bewertungen.

6. Der gemeinsame Nenner der vier Regelwerke: Struktur schlägt Intuition

Alle modernen Cybersecurity-Regulierungen formulieren unterschiedliche Pflichten, verfolgen jedoch dieselbe Grundidee:
Unternehmen müssen Cybersecurity systematisch im Lebenszyklus ihrer Produkte berücksichtigen und Entscheidungen dokumentieren.

Damit verabschieden sich alle vier Regelwerke – CRA, NIS2, IEC 62443 und Maschinenverordnung – von einem Sicherheitsverständnis, das viele Jahre lang ausreichend war: Risikoanalysen als punktuelle Übung, verteilt auf verschiedene Abteilungen, auf Basis statischer Excel Tabellen.

Regulatoren verlangen heute eine Risikobetrachtung, die:

  • systemisch ist
  • kontextbezogen ist
  • lebenszyklusorientiert ist
  • technisch begründet ist
  • transparent dokumentiert ist

Wie SECIRA CRA, IEC 62443 & Maschinenverordnung unterstützt

Diese Anforderungen klingen selbstverständlich – sind aber in der Praxis kaum erfüllbar, wenn Unternehmen weiterhin mit Tabellen, Insellösungen oder siloartigen Prozessen arbeiten.

Eine Risikoanalyse muss ganzheitlich sein und Technik, Umgebung und Organisation abbilden. SECIRA schließt diese Lücke, indem es komplexe technische Systeme und ihre Abhängigkeiten digital abbildet. Dadurch wird es möglich, Risiken im jeweiligen Systemkontext zu bewerten: nicht als isolierte Schwachstelle, sondern als reales Bedrohungsszenario, das auf den Aufbau der konkreten Software, Maschine oder OT-Umgebung wirkt.

Zugleich verbindet SECIRA Risikoanalyse, Maßnahmenplanung und Aktualisierung in einer konsistenten Struktur. Entscheidungen werden dokumentiert, Änderungen nachvollziehbar, Zusammenhänge sichtbar.
Für CRA, IEC 62443 und die Maschinenverordnung ergibt sich dadurch ein enormes Synergiepotenzial:

  • Die gleiche Architektur des Systems kann für mehrere Risikoanalysen genutzt werden.
  • Die gleiche Risikobewertung ist in verschiedenen regulatorischen Kontexten verwertbar.
  • Die gleiche Maßnahme kann gleichzeitig Anforderungen mehrerer Regelwerke erfüllen.
  • Wissen bleibt erhalten, weil es im Systemmodell eingebettet ist.

SECIRA ist damit nicht nur „ein Werkzeug“, sondern das fehlende Bindeglied, um die unterschiedlichen Regelwerke effizient und konsistent umzusetzen.

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